Architektur der Moderne

Benjamin Architektur ModerneWieviel hat Masato Takasakas Kunstwerk auf dem Cover mit Benjamin zu tun? Es heißt: I like my old stuff better than your new stuff. Ein Titel, mit dem viele Benjaminianer ihren Schutzheiligen verteidigen könnten. Es sieht auch etwas nach Architektur aus. Außerdem ist es mal gut, bei einem Benjamin-Band nicht schon wieder eine Variation der 2-3 immergleichen Portraitaufnahmen vorgehalten zu bekommen (sondern statt dessen mal eine „post-formalistische Skulptur„).

Der Tagungsband Walter Benjamin and the Architecture of Modernity ist bereits im Juli erschienen, und an anderer Stelle habe ich früher schon auf ihn hingewiesen, aber: Er ist gut, wie das Cover, dabei völlig kostenlos, und, es ist ja immer schön, wenn man die wenigen Leser, die man hat, mit erlesenen Links erfreuen kann. Dieser also leitet zum Melbourner Philosophie-Verleger re.press in diesem Jahr erschienenem Benjamin-Anthologie. Und nicht nur dieses Buch ist kostenlos: Der Independent-Verlag, der sich mit Fug und Recht als “a new kind of publisher” bezeichnet, bietet im Rahmen seiner Open-Access-Politik fast alle seine Titel kostenlos an! Vorausgesetzt, man ist Privatnutzer und gibt sich mit der bloß elektronischen Version (pdf) zufrieden.

Was also ist zu dem Band selbst noch zu sagen? Wie der Titel ankündigt, geht es den Herausgebern Andrew Benjamin (Monash University) und Charles Rice (University of Technology Sydney) um ‘Architektur’; aber natürlich in mehrerer Hinsicht: Architektur in und von Benjamins Werk, Architektur der Moderne und wie sich diese mit Benjamin verstehen lässt. Das in der Folge dann doch recht breite Spektrum reicht, zweigeteilt in “Aesthetics and Philosophy” und “Cities and Images”, von Henry Sussmans “Booking Benjamin: The Fate of a Medium” über Winfried Menninghaus’ “On the ‘Vital Significance’ of Kitsch: Walter Benjamin’s Politics of ‘Bad Taste’”, Andrew Benjamins “Framing Pictures, Transcending Marks: Walter Benjamin’s ‘Paintings, or Signs and Marks’” bis hin zu Tara Forrest zu “Experimental Set-ups: Benjamin on History and Film”.

Nicht untypisch für derart multiple angelegte Tagungen: Der einzige Beitrag, in dem dezidiert von Architektur die Rede ist, scheint zunächst Peter Schmiedgens “Interiority, Exteriority and Spatial Politics in Benjamin’s Cityscapes” zu sein. Zwar äußern sich weitere Beiträge zum Thema, der architektonische Kern wird jedoch eher umkreist. Ähnlich bei der ‚Moderne‘, zu der sich konkret wiederum nur Michael Mack mit „Modernity as an Unfinished Project: Benjamin and Political Romanticism“ zu äussern scheint. Die Ergebnisse gleichen somit ein wenig Masato Takasakas Konstruktionen: Sie umspielen ihr architektonisches Vorbild mit Bedacht.

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Ein Kommentar

  1. Am 16. April 2019 um 08:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

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